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Altsteirer Hühner sind eine beliebte Zwei-Nutzungsrasse (Fleisch und Eier) und kommen, wie es der Name verrät, aus der Steiermark / Österreich. Dort hat sich vor Ort, auch die Mischung mit den Ländern drum herum liegend, eine tolle Landhuhnrasse entwickelt. Teils seit dem 13. Jahrhundert, wurde dann gezielt ab ca. 1894 aus dem vorhandenen Rasseblut das heutige Altsteirer Huhn gezüchtet.
Namen wie Celje-Huhn oder Alt Steirer Huhn waren bekannte Begriffe auf dem Weg zum Steierer Huhn und dann später zum Altsteier Huhn. Auch heute sind Bezeichnungen wie Steinhendl und Steirerhuhn umgangssprachlichin der Region noch bekannt und werden gebraucht.
Steckbrief Altsteirer
| Herkunft | Steiermark, Österreich (1889 Reinzucht) |
| Klasse | Mitteleuropäisches Landhuhn / Zweinutzung |
| Zucht aus | Traditionelle steirische Landhuhn-Linien |
| Gewicht Hahn | 2,5–3,0 kg |
| Gewicht Henne | 2,0–2,5 kg |
| Legeleistung pro Jahr | 180–200 Eier |
| Gewicht Ei | ca. 55 g |
| Farbe der Eier | Weiß bis elfenbeinfarben |
| Ringgröße | Hahn: 18–20 mm; Henne: 16–18 mm |
| Bruttrieb | gut ausgeprägt |
| Flugfähig | sehr flugfreudig |
| Gefährdungsgrad | stark gefährdet / Erhaltungsrasse |
| Eigenschaften | robust, wetterhart, lebhaft, gute Futtersucher |
| Besonderheiten | Schopf/Haube, weiße Läufe, seltene Farbschläge (wildbraun, weiß) |
Haltung
Platz & Auslauf
Das Altsteirer Huhn gilt als seither sehr guter Futtersucher, und braucht bei entsprechendem Platzangebot kein weiteres Zusatzfutter. Damit es dieser Hühnerrasse auch „mental“ gut geht, sollte es ihnen gegönnt sein, ihrem natürlichen Futter-such-Trieb nachzukommen, welches einfach ein entsprechendes Platz und Flächenangebot benötigt. In den Sommermonaten hat es in den europäischen Gebieten auf jeden Fall den Vorteil kein Zusatzfutter geben zu müssen, was man bei den heutigen Futterpreisen merken wird in der Kasse.
Auf zu engem Raum und bei zu wenig Auslauf werden diese Hühner schnell krank oder kastenförmig. D.h. ihr Gefieder wird locker, die Vitalität schwindet und ehe man sich versieht sinkt das Immunsystem und sie werden krank.
Schutz & Fressfeinde
Altsteirer Hühner haben einen sehr guten Fluchtreflex und sie reagieren sehr früh auf mögliche Gefahren wie z.B. Schatten von Greifvögeln. Deshalb sollten immer genügend Flucht und Versteckmöglichkeiten existieren durch z.B. Hecken, kleine Überstände, Büsche & Bäume. Halt alles, was die Natur so anbietet. (Bei uns sind es die Johannisbeeren Sträucher und die Gitterboxen vom Holzlager 😉 )
Auf der anderen Seite gelten die Altsteirer Hähner als sehr wehrhaft. Einige bis viele Halter berichten davon das sich Hennen zu einem Pulk zusammenstellen und der Hahn sich entsprechend schützend davorstellt und sehr aktiv in die Verteidigung gehen.
Das ist auch mit ein Grund, warum diese Rasse selten handzahm wird. Auch dem Besitzer gegenüber, oder bei einer Inspektion wird man diese Haltung des Hahnes begegnen und feststellen, so richtig handzahm werden sie nicht werden. Auf der anderen Seite, berichten auch sehr viele Halter das eben diese Wehrhaftigkeit ein sehr enormer Vorteil ist, man diese Hühnerrasse oftmals frei rumlaufen lassen kann, und sehr wenige bis gar keine Verluste zu verzeichnen hat. (Bei anderen Rassen kann es bis zum Totalverlust kommen, weil der Hahn einfach ein sehr passives Verhalten hat, das nicht verteidigt.)
Eier & Legeleistung
Altsteirer Hennen haben eine gute Legeleistung von durschnittlich 180-200 Eiern im Jahr bei einem gleichbleibend hohem Fleischanteil (Zweinutzungs Rasse). Im Alter lässt die Legeleistung etwas nach, ist aber immer noch deutlich höher als bei Legehybriden. Die Farben der Eierschalen sind weiß bis elfenbeifarbig. Sie bringen ein Gewicht von 55-60 Gramm auf die Wage, wobei ein Brutei schon die 55 gr. haben sollte.
Ein freier Auslauf, plus eine gute Futterqualität hat Einfluss auf die Legeleistung dieser Hühnerrasse. Oder anders und deutlicher: Ohne Auslauf = keine bis kaum Eier.
Herkunft
Der Name verrät es schon: Steiermark, Österreich. Hier hat sich teils seit dem 13. Jahrhundert durch die östliche und südeuropäischen umliegenden Länder, und deren Mischung, ein Urtyp der Steierer Hühner entwickelt. Ab 1894, dann später ab 1889 zur Reinzucht vermerkt, wurde gezielt das Blut dieser Hühnerrasse heraus gezüchtet und zu dieser Landhuhnrasse entwickelt.
Klassisches Merkmal ist die Zweinutzung von Fleisch und Eiern, welches beides benötigt wurde auf den Höfen. So gelten die Steirer und Altsteierer Hühner bis heute als sehr gute Selbstversorger Hühner und sind willkommen auf den Höfen, wo man gewisse Selbstversorger die ein tick weniger Arbeit machen, gerne willkommen heißt.
Farbmerkmale und Aussehen
Anerkannte Farbschläge:
- wildbraun
- weiß
Gut zu wissen
- Hühner der Steiermark („Steirer“) sind seit dem 13 und 14. Jahrhundert und erneut im 17. Und 18. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
- Altsteirer sind den Rheinländern (beides Landhuhnrassen) sehr ähnlich
- Steinhendl und Steirerhuhn sind heute noch bekannte Begrifflichkeiten zur Bezeichnung eines Steier (Altsteirer) Huhns
Für Selbstversorger
Entscheidungsleitfaden für Selbstversorger (Wichtige Überlegungen)
Platz & Auslauf: Altsteirer brauchen viel Freiraum; hohe Zäune (≥2 m) oder Netze sind empfehlenswert, da sie gut fliegen.
Zuchtziel: Wenn Sie Eier + Fleisch wollen, ist die Rasse ideal; wenn Sie viel Platz „über“ haben, ist diese Rasse ideal, für eine Haustierhaltung und oder in kleineren Gärten ist diese Rasse weniger geeignet.
Brutverhalten: Viele Hennen zeigen Bruttrieb — wer auf eine eigene oder natürlichje Naturbrut setzen möchte, hat hier eine tolle Rasse gefunden
Erhaltungsaspekt: Mit der Haltung dieser Rasse, tragen Sie zum Erhalt mit bei und unterstützen die seriöse Hühner Haltung. Altsteirer gehören mit zu den gefährdeten Hühnerrassen. Achten Sie deshalb auf regionale und örtliche Förderungsangebote.
Risiken, Herausforderungen und Empfehlungen
Ausbruch/Flucht: Ohne ausreichende Einzäunung besteht Fluchtrisiko; Netz/Volieren sind notwendig und den Bewegungsdrang etwas einzugrenzen. Weil diese Hühnerrasse gute Flugeigenschaften hat, sind Zäune von 2 – 2,5m notwendig, plus evtl. Netze um ein wegfliegen zu verhindern, aber auch um Greifvögel den weg zu versperren.
Zähmung: Altsteirer bleiben oft weniger zutraulich und gelten nicht als Anfängerhuhn. Sie sind gute Futtersucher und lieber unterwegs im Land und oder Unterholz.
Bestandsgefährdung: Wegen begrenzter Züchterzahlen kann es manchmal schwierig werden an gute Bruteier oder Nachzuchten heran zu kommen (Reinzucht) ; Es lohnt sich frühzeitig Züchterkontakte aufbauen oder im örtlich / regionalen Hühnerzüchterverein einmal nachzufragen, ob Kontakte bestehen.
Empfehlung: Großer, strukturierter Auslauf (Büsche, Verstecke), ausgewogene Fütterung im Winter, regelmäßige Gesundheitskontrollen und Teilnahme an Erhaltungszuchtprogrammen.
Autor, Redaktion: bp, flmg
Bildnachweise:
Quellen
[1] Handbuch der Nutz- und Rassehühner – Horst Schmidt, Neumann-Neudamm Verlag[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Altsteirer
[3] https://www.huehner-hof.com/rassen/huehnerrassen/altsteirer-huehner/
[4] https://www.arche-austria.at/index.php?id=74



