Ratgeber: Was tun bei Motten im Haus?

Gespeichert von firstlevel am Mo., 18.06.2018 - 00:06
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Ist die Mottenplage im Haus erst einmal da, stellt sich die Frage, wie man sie wieder los wird. Dabei muss der Befall erst einmal festgestellt werden. Kleine Falter, die ums Licht schwirren, sind ein Indiz für Motten, aber auch gelblich-weiße Maden, die auf Schränken oder Polstermöbeln herumkriechen, können ein Hinweis auf den Mottenbefall sein.

Jetzt kommt es darauf an, herauszufinden, welche Motten das eigene Heim erobert haben. Am häufigsten sind die Lebensmittelmotten und die Kleidermotten. Beide unterscheiden sich vorwiegend hinsichtlich ihrer bevorzugten Nahrungsquellen und werden deshalb in unmittelbarer Nähe dieser zu finden sein.

 

Wo kommen die Motten vor?

Wenn sich die Motten vom Kleiderschrank ausgehend im Haus verbreiten, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Kleidermotten. Gute Indizien für einen Befall sind die klassischen Fraßlöcher in Kleidern, Handtüchern oder auch in Teppichen und Polstermöbeln. Hier gilt es, zunächst das Mottennest zu entdecken und zu entfernen.

Verbreiten sich die Motten von der Küche ausgehend im Haus oder von Vorratsschränken und Speisekammern aus, handelt es sich in der Regel um Lebensmittelmotten. Sie bevorzugen Trockenprodukte, wie Mehl, Reis oder ähnliches. Gut erkennen lässt sich der Befall an Gespinsten in den zum Teil sogar noch ungeöffneten Verpackungen.

 

Motten im Haus – das Nest entfernen ist der erste Schritt

 

Sobald klar ist, dass ein Mottenproblem vorliegt, muss das Nest gesucht und entfernt werden. Dabei gelten folgende Grundregeln in Abhängigkeit von der Mottenart:

  1. Kleidermotten

 

Handelt es sich um Kleidermotten, sollten betroffene Kleidungsstücke bei möglichst hohen Temperaturen gewaschen werden. Auch Kleider, die noch nicht zerfressen sind, sollten diese Prozedur durchlaufen, da in ihnen bereits Motteneier abgelegt sein können. Bei Kleidung, die hohe Temperaturen nicht verträgt, wird empfohlen, diese für einige Tage in den Gefrierschrank zu legen. Alle Entwicklungsstadien der Kleidermotten vertragen Hitze und Kälte nämlich gar nicht. So können die Tiere abgetötet werden.

Bei befallenen Polstermöbeln und Teppichen empfehlen sich eine Grundreinigung sowie eine anschließende Behandlung mit dem Föhn auf höchster Stufe. So werden die Motten ebenfalls hohen Temperaturen ausgesetzt, die sie nicht vertragen.

 

  1. Lebensmittelmotten

 

Handelt es sich dagegen um Lebensmittelmotten, die zur Plage werden, müssen die Vorräte rigoros entsorgt werden. Selbst wenn noch keine offensichtlichen Gespinste zu erkennen sind, sollten möglicherweise betroffene Lebensmittel entsorgt werden. Eine Zwischenlagerung im Hausmüll ist wenig ratsam, da die Gefahr besteht, dass einzelne Tiere entkommen können. Die Entsorgung sollte direkt in die Mülltonne außerhalb des Hauses erfolgen.

Im Anschluss sollten die Vorratsschränke gründlich mit einem Essigreiniger gereinigt und mit einem Föhn ausgepustet werden. So können auch Motteneier, die sich in Bohrlöchern verstecken, erreicht werden.

 

Nützlinge gegen Motten im Haus einsetzen

Die effektivste und gleichzeitig natürlichste Lösung zur Mottenbekämpfung ist jedoch der Einsatz von Nützlingen, genauer von Schlupfwespen. Diese sind die natürlichen Feinde der Motten und werden auch das letzte Mottenei finden, welches den grundlegenden Reinigungsmaßnahmen standgehalten hat.

Die Schlupfwespen werden dabei auf kleinen Kärtchen ausgeliefert, die möglichst in unmittelbarer Nähe zum Mottennest ausgelegt werden sollten. Dabei sind mehrere Kärtchen nötig, die im Abstand von einigen Wochen ausgelegt werden. So wird die Mottenpopulation nach und nach ausgerottet.
Die erwachsenen Schlupfwespen suchen gezielt nach Motteneiern und legen ihre eigenen Eier in diesen ab. Die Schlupfwespeneier zerstören so das Mottenei von innen heraus, es kann keine neue Motte mehr schlüpfen. Jedoch können die Schlupfwespen ausschließlich Motteneier zerstören. Adulte Motten sowie Larven werden nicht bekämpft. Daher sollte die Behandlung über einen ausreichend langen Zeitraum erfolgen, damit die gesamte Population nach und nach ausgerottet werden kann.

Die vielfach geäußerte Sorge, dass dann auf die Mottenplage eine Schlupfwespenplage folgt, ist übrigens unbegründet. Die Schlupfwespen sind für ihre Vermehrung auf Motteneier angewiesen. Finden sie keine Motteneier mehr, so können sie sich nicht mehr vermehren und sterben von selbst ab.

 

Kontrolle der Mottenbekämpfung mittels Pheromonfalle

Zusätzlich sollten Pheromonfallen aufgestellt werden. Sie dienen zwar nicht der eigentlichen Mottenbekämpfung, wenngleich dieser Anschein oft erweckt wird, können aber den Erfolg der Bekämpfung dokumentieren.

Die Pheromonfallen sondern weibliche Sexuallockstoffe ab, mit denen Mottenmännchen angezogen werden. Sobald sie auf der Pheromonfalle sitzen, die mit Klebestreifen versehen ist, können die Mottenmännchen nicht mehr abheben. Da aber nie alle Männchen gefangen werden können bzw. überhaupt nur erwachsene Männchen angelockt werden, können diese vorher schon Mottenweibchen befruchtet haben. Als alleinige Maßnahme im Kampf gegen Motten im Haus eignen sich Pheromonfallen daher nicht.

Sie können aber Aufschluss über die Größe der Population geben und zeigen, ob die Mottenbekämpfung Erfolg hat. Je weniger Männchen in der Pheromonfalle gefangen werden, umso geringer ist die Mottenplage. Im Rahmen der Mottenbekämpfung sollte die Zahl der Mottenmännchen in der Falle nach und nach sinken. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Pheromonfalle nicht in unmittelbarer Nähe der Fenster aufgestellt wird. Sonst besteht die Gefahr, dass Mottenmännchen von außen angezogen werden.

Autor / Redaktion
bl, bp