Schlupfwespen als Nützlinge gegen Motten

Gespeichert von firstlevel am Mo., 18.06.2018 - 00:03
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Schlupfwespen sind die ideale biologische Möglichkeit der Mottenbekämpfung. Dabei ist die Anwendung denkbar einfach, wenn ein paar einfache Regeln beachtet werden. Wichtig ist lediglich, dass die Art der Motten erkannt wurde. Das heißt, zunächst muss man herausfinden, ob der eigene Haushalt von Lebensmittelmotten oder Kleidermotten oder gänzlich anderen Motten befallen ist. Danach richtet sich das richtige Set an Schlupfwespen.

 

Schlupfwespen kaufen – das richtige Set finden

Schlupfwespen können sowohl im örtlichen Handel als auch online gekauft werden. Bei der Online-Bestellung wird häufig ein Abo angeboten. Dabei erhalten die Kunden im Abstand von zwei Wochen, je nach Mottenart, neue Kärtchen mit Schlupfwespeneiern. Typisch sind Lieferungen über einen Zeitraum von acht bis zwölf Wochen. Die lange Behandlung ist nötig, damit auch neu gelegte Motteneier ausgerottet werden können.

 

Schlupfwespen richtig auslegen

Damit die Schlupfwespen die Mottenplage effektiv bekämpfen können, müssen die Schlupfwespeneier an der richtigen Stelle ausgelegt werden. Ideal geeignet ist eine Stelle nahe der befallenen Stellen. Das heißt also, dass die Kärtchen mit den Eiern zur Bekämpfung von Kleidermotten regelmäßig auf dem Teppich, dem Sofa oder im Kleiderschrank ausgelegt werden sollten. Sind allerdings die Lebensmittelmotten das Problem, sollten die Kärtchen mit den Schlupfwespeneiern im Küchenschrank, der Küche selbst oder der Vorratskammer ausgelegt werden.

Wichtig dabei ist, dass die Öffnungen an den Seiten der Kärtchen nicht verdeckt sind. Aus diesen schlüpfen die Schlupfwespen und verlassen das Kärtchen binnen zwei Wochen. Die Weibchen spüren dann mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn die Eier der Motten auf und legen mit Hilfe ihres Legestachels ihre eigenen Eier in den Motteneiern ab. Anschließend ernährt sich die Larve vom Mottenei und kurz darauf schlüpft eine neue Schlupfwespe. Diese spürt dann sofort die nächsten Motteneier auf usw.

 

Die grundlegenden Regeln zum Auslegen der Schlupfwespen sehen also wie folgt aus:

  • Kärtchen dürfen keiner Zugluft ausgesetzt sein.
  • Starke Temperaturschwankungen sind kontraproduktiv.
  • Kärtchen sollten in den zwei Wochen nach dem Auslegen nicht wieder berührt oder verschoben werden.
  • Kärtchen mit Schlupfwespeneiern sollten nur an trockenen Orten ausgelegt werden.
  • Während der Mottenbekämpfung mit Schlupfwespen dürfen keine Insektizide verwendet werden.

Besonderheiten gelten beim Auslegen der zweiten und folgenden Lieferungen an Kärtchen mit Eiern. Diese sollten nach Möglichkeit an anderen Stellen als die ersten Kärtchen ausgelegt werden. So können weitere Motteneier gefunden und zerstört werden.

 

Von der Mottenplage zur Schlupfwespen-Plage?

Viele Menschen befürchten, dass eine Mottenbekämpfung mit Schlupfwespen die eine Insektenplage durch die andere ersetzt. Das muss aber niemand befürchten. Denn grundsätzlich interessieren sich Schlupfwespen nicht für Lebensmittel oder Kleidung, sie ernähren sich im Erwachsenenstadium vom Nektar von Pflanzen.

Die Eier können Schlupfwespen zudem ausschließlich in den Motteneiern ablegen. Wenn allerdings keine Motteneier mehr vorhanden sind, dann gibt es auch für die Schlupfwespen keine Fortpflanzungsmöglichkeit mehr. Das heißt, sobald die Motten ausgerottet sind, verschwinden auch die Schlupfwespen wieder von ganz alleine.

Auch die Angst, dass Schlupfwespen unhygienisch seien, ist nicht begründet. Für die Mottenbekämpfung kommen ausschließlich Trichogramma-Schlupfwespen zum Einsatz. Diese sind für den Menschen und auch die Lebensmittel völlig unbedenklich. Zudem sind die Schlupfwespen selbst im adulten Zustand nicht größer als ein Stecknadelkopf. Da die natürlichen Schädlingsbekämpfer überdies nicht fliegen, werden sie so gut wie gar nicht bemerkt.

 

Schlupfwespen gegen Kleidermotten und Lebensmittelmotten – wo sind die Unterschiede?

Vielfach geht man davon aus, dass unterschiedliche Schlupfwespen-Arten gegen Kleidermotten bzw. Lebensmittelmotten eingesetzt werden. Für Verwirrung sorgt in diesem Punkt, dass beim Kauf stets angegeben werden soll, welche Motten bekämpft werden sollen. Fakt ist aber, dass stets die gleichen Schlupfwespen in der Mottenbekämpfung zum Einsatz kommen.

Unterschiede ergeben sich lediglich in der Anzahl der Kärtchen mit Schlupfwespeneiern, sowie der Behandlungsdauer. In der Regel sieht die Behandlung wie folgt aus:

Kleidermotten werden über einen Zeitraum von zwölf Wochen behandelt. Alle zwei Wochen werden sechs Kärtchen mit neuen Schlupfwespeneiern geliefert, die immer wieder an anderen Stellen auszulegen sind. Denn insbesondere Kleidermotten verteilen ihre Eier sehr großflächig, vom Kleiderschrank über das Sofa bis hin zum Teppich. Diese Eier sind zum Teil sehr gut versteckt, so dass eine langwierigere Behandlung Pflicht ist.

Lebensmittelmotten werden dagegen nur acht Wochen lang behandelt. Hier erfolgt alle zwei Wochen eine Lieferung mit vier Kärtchen. Die Lebensmittelmotten legen ihre Eier stets in unmittelbarer Nähe von Lebensmitteln ab, so dass die Gesamtfläche, die zu behandeln ist, kleiner ist. Trotzdem gilt natürlich: Sind deutliche Gespinste an einzelnen Lebensmitteln zu finden, deutet dies auf einen starken Befall hin. Die Lebensmittel sollten unverzüglich entsorgt werden.

Autor / Redaktion
bl, bp